DONALD JOHN TRUMP


„Trump Amerika – Make it great again“


02 03 2017

Allgemeine Fortbildung an der Theresianischen Militärakademie
Am Donnerstag, dem 2. März 2017 fand im Maria-Theresien Rittersaal der Militärakademie für alle Bediensteten eine allgemeine Fortbildung zum aktuellen Thema um den 45. Präsidenten der USA statt.

Die Fortbildung wurde von Oberst Dr. Norbert Lacher vom Institut für Offiziersweiterbildung an der Militärakademie in bewährter Weise vorbereitet und durchgeführt. Die Bediensteten der Militärakademie erhielten dabei neben einem kurzen historischen Blick in die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, auch eine verständliche Darstellung des politischen Systems der Vereinigten Staaten. Das Wechselspiel von Legislative, Exekutive und Legislative, dem sogenannten „Checks and Balance", spielt dabei eine ganz bedeutende Rolle.

Ebenso wurde die Person Donald Trump und sein unmittelbares Beraterteam beleuchtet. Es wurde auch ein Eindruck darüber vermittelt, mit welchen Mitteln er das Land derzeit führt. Schließlich wurde eine erste Analyse darüber angestellt, welche Entwicklungen seine Politik sowohl innerhalb als auch außerhalb der USA auslösen könnte.

Deutsche Vorfahren

Donald John Trump wurde am 14. Juni 1946 in New York als viertes von fünf Kindern des Immobilienunternehmer Fred Trump und der schottischen Fischerstochter Mary Anne McLeod geboren. Die Eltern seines Vaters, Friedrich Trump und Elisabeth Christ, waren aus Kallstadt in der Pfalz (damals Teil des Königreiches Bayern) eingewandert. Vom Juni 2015 bis zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten am 8. November 2016 führte Donald Trump seinen Wahlkampf mit dem Slogan „Make America great again".
Sowohl in den parteiinternen Vorwahlen wie im Hauptwahlkampf gegen Hillary Clinton nutzte Trump gezielte Provokationen.

Spaltet Trump die USA?

Das Amerika des neuen Präsidenten nimmt Gestalt an und löst innerhalb wie außerhalb der Vereinigten Staaten Ängste und Kritik aus. Bereits im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfes hatte Trump ein erstes Positionspapier vorgelegt, das Immigration thematisiert und harte Maßnahmen vorschlägt. Demnach sollen Millionen illegale Einwanderer ausgewiesen werden und die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexico mit einer durchgehenden „schönen" Mauer abgesichert werden, für die Mexiko zu zahlen hätte.

Laut eigener Aussage befürwortet Trump zwar den freien Markt, vertritt jedoch unter dem Motto „America First" den Standpunkt, dass US-Unternehmen ihre ausländischen Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten zurückverlagern sollen, dies soll unter anderem durch die Verhängung hoher Strafzölle für Importe und entsprechende Steuererleichterungen provoziert werden. Des Weiteren sollen die USA weitgehend vom Energiemarkt autonom werden und das Militär soll wieder an Stärke und Schlagkraft gewinnen. Jährlich sind in den USA an die 653 Milliarden Dollar pro Jahr für Rüstungsausgaben vorgesehen, eine weitere Erhöhung um 10% beabsichtigt.

Wie im Wahlkampf angekündigt, hat Präsident Trump bereits am ersten Tag seiner Präsidentschaft damit begonnen, zahlreiche Entscheidungen seines Vorgängers Obama rückgängig zu machen, internationale Handelsabkommen aufzukündigen und die Abkehr der internationalen Führungsrolle der USA zu forcieren. Neben einer zunehmend konfrontativen Politik gegenüber der Volksrepublik China, ist die Ankündigung, den Iran-Deal aufkündigen zu wollen, die wohl gefährlichste Bedrohung der internationalen Ordnung vor den Toren Europas. Europa wird sich daher auf die verschiedenen Szenarien unter Trump einstellen müssen, wie auch auf eine, mit seiner Amtszeit verbundenen, veränderten geopolitischen Machtkonstellationen.

Und in den USA selbst? Hier zeigt sich eine tief gespaltene Gesellschaft. Trump Gegner und Trump Befürworter, Landbevölkerung gegen Stadtbevölkerung und Arbeiter gegen Eliten. Das verdächtig autokratische Gehabe des Präsidenten, die totale Konfrontation mit den Medien und der Versuch, diese als Lügner und Feinde des Volkes zu diskreditieren, bereitet zunehmend Sorge. Trump und seine Regierung bedient sich hierzu in vielerlei Hinsicht einer „Postfaktischen Politik", bei der die Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt hierbei hinter den emotionalen Effekt, den die Aussage bei der eigenen Interessensgruppe erzeugt, zurück – mit anderen Worten – „Alternative Informationen".
Amerika und die gesamte westliche Welt, werden noch lange die Geister nicht loswerden, die der 45. Präsident der USA, Donald Trump rief.

Weitere Veranstaltungen an der Militärakademie

Oberst Dr. Lacher ist seit Jahren für seine aktuellen Seminare mit profunden Kennern der Materie und für seine wissenschaftlichen Podiumsdiskussionen bekannt. Dank seiner Initiative wurde im Dezember 2016 mit den „Theresianischen Gesprächen" ein Gesprächs- und Diskussionsformat aus der Taufe gehoben, dessen Zielsetzung es ist, mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sicherheitspolitische und geopolitische Aspekte der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Rahmen von Kamingesprächen oder Podiumsdiskussion zu beleuchten.

Die „Theresianischen Gespräche" sollen sicherheitspolitisch Interessierten innerhalb und außerhalb des Bundesheeres aber auch den Studierenden des Hauses die Möglichkeit eröffnen, ihren Wissenshorizont zu erweitern und damit ihr Kompetenzfeld zu bereichern.

Am 28. März findet nun das zweite Theresianische Gespräch statt. Zum Thema „Die Weltordnung im 21. Jahrhundert – ein Ausblick" konnte Obst Dr. Norbert Lacher den ehemaligen Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel als Gast gewinnen. Im Gespräch mit dem bekannten Journalisten Dr. Arian Faal von der Wiener Zeitung wird sich Dr. Schüssel dieser Frage stellen.

[Inhalt: Dr. Norbert Lacher, Obst; Martin Pickl, Vzlt, Bild(er): © Gerhard Seeger, Vzlt/TherMilAk]